Freizeit & Spiel

Soll man sein Leben genießen?

glücklich

Antwort: Warum nicht? Eine hedonistische Lebenseinstellung ist genauso gut oder schlecht wie jede andere. Der Einzelne muß entscheiden, ob er Vergnügungen der verschiedensten Art hin und wieder genießt, regelmäßig sucht oder sogar zu seinem Lebensinhalt macht.

Begründung: Es hat immer Menschen gegeben, die dem Streben nach Vergnügen einen hohen Stellenwert in ihrem Leben gegeben haben. Mit wachsendem Wohlstand und zunehmender Entlastung von Arbeit durch Automation und Digitalisierung, werden in Zukunft sogar noch mehr Menschen Vergnügen zum Lebensinhalt machen.
Genuss Allerdings kann Lust auch zur Last werden. Wer zum Sklaven seiner Vergnügungen wird, beraubt sich selbst der Freiheit andere Aspekte des Lebens kennen zu lernen. Adrenalin-Junkies, Sex-Besessene, Workoholics, Spielsüchtige, Säufer, Drogensüchtige, Body-Modifizierer, Fress- und Konsum-Süchtige und viele andere Formen des Suchtverhaltens geben Zeugnis von der Vielfalt menschlicher Vergnügungen, die zu schweren psychischen und körperlichen Belastungen und Schäden führen können.

Was ist Glück?

Glück

Antwort: Das größte Glück ist, wenn man mit sich zufrieden ist.

Begründung: Glücksgefühl stellt sich ein, wenn man etwas gegen Widerstände erreicht; wenn man (unverhofft) etwas erlebt, was einen mit Befriedigung, Stolz oder Erleichterung erfüllt.
Ich, zum Beispiel, habe das größte Glücksgefühl verspürt, als meine Tochter (gesund) geboren wurde. Ziemlich glücklich war ich auch, als ich mein Studium abschließen konnte oder meinen ersten guten Job gefunden hatte.
Glück Glück hat nichts mit Reichtum, Ruhm oder Macht zu tun. Man kann auch als armer, unbedeutender oder machtloser Mensch glücklich sein. Allerdings ist das oft sehr schwer. Ein gewisser Wohlstand, Anerkennung durch andere Menschen oder auch die Fähigkeit und Möglichkeit Dinge durchzusetzten erleichtern es gehörig glücklich zu sein.

Wie spielt man richtig?

Spielende Kinder Bild von holzijue auf Pixabay

Antwort: Am besten ohne Computer, ohne TV und ohne Spielzeug.
Ja - Sie lesen richtig! Schmeißen Sie den ganzen Spielzeugkrempel im Kinderzimmer weg! Reservieren sie den PC für Schularbeiten und bringen sie ein Schloß am TV an, das nur einmal in der Woche für 2 Stunden geöffnet wird.

Spielen Image by Smyths Toys Hintergrund: Vergleicht man das heutige Spielverhalten von Kindern (und Erwachsenen) in der entwickelten Welt mit den Spielen von Kindern in den 1950er Jahren - oder auch mit dem Spielverhalten von Kindern in heutigen armen Ländern - kann man mit heutigen Kindern nur Mitleid haben. Spielen ist in der westlichen Welt überwiegend zu einer Bespaßungs-Angelegenheit verkommen: Kinder hocken nicht nur vor infantilen Kinder-Videos, (gewaltverherrlichenden) Computer-Spielen oder (für sie eigentlich ungeeigneten) Horror-Movies; sie werden auch mit kommerziellem Plastik-Dreck überschüttet, der sich als Spielzeug tarnt. Das allermeiste, was man in Kinder-Waren­häusern wie Toys"R"Us kaufen konnte war kompletter Dreck. Das diese Firma Pleite ging betrachte ich als Segen für die Kinderwelt. Leider ist zweifelhaft ob der Nachfolger dieser Spielzeug-Warenhäuser, die Firma "Smyths Toys", ein qualitativ besseres Angebot liefern wird.
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Beides, die elektronische Kinder-Bespaßung, genauso wie die meisten Spielzeuge, sind meines Erachtens verheerend für die Ent­wick­lung unserer Kinder. Dabei geht es garnicht so sehr um die Inhalte der Videos oder Computer­spiele, oder die miserable technische Qualität der meisten Spielzeuge. Es geht darum, daß beides die Kinder mit Bildern, Geräuschen und Inhalten bombardiert und zumüllt - was sie zu passiven Zoombies macht. Statt ihre Ent­wick­lung zu selbständigen Subjekten zu fördern, macht man die Kinder zu Objekten - zu Kon­sumen­ten statt zu Akteuren. Man sehe sich nur einmal eine Gruppe kleiner Kinder an, die vor einem Fernseher sitzen und wie Hampelmänner im Gleichklang aufschrecken, sich fürchten oder auflachen. So werden sie konditioniert für die Verblödungs-Medien der Neuzeit.

Mein Rat: Gerade in Zeiten der Corona-Quarantäne fühlen sich Eltern mit quengelnden und lästigen Kindern oft überfordert. Dies passiert deshalb, weil Kinder und Eltern verlernt haben zu spielen und sich mit sich selbst zu beschäftigen. Hier sind einige Tips, wie man richtig spielt:
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1. Kinder brauchen Bewegung in frischer Luft. Auch in Zeiten von Corona ist es vielleicht möglich in einen einsamen Wald zu fahren, damit sie in der Natur herumrennen können. Rennen ist essentiell für Kinder. Es genügt aber auch ein Hinterhof um sich auszutoben.
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2. Kinder lieben Wasser. Am besten wäre ein kleines Bacherl irgendwo im Bergland, wo sie mit Steinen Dämme bauen, das Wasser umleiten, sich bespritzen, oder Steine hineinschmeißen können. Es funktioniert auch ein See, ein Springbrunnen - oder zur Not, auch eine Drecklacke. Wenn es keine andere Möglichkeit gibt können Kinder auch in einem Badezimmer eine ordentliche Wasserschlacht veranstalten. Einziges notwendiges Utensil (speziell für die Jungen) ist eine Wasserpistole. Man kann auch eine ausrangierte Backspritze als Wasserwerfer umfunktionieren.
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3. Mädchen und Jungen lieben Kuscheltiere - am besten echte; es gehen aber auch Stofftiere, denen man Leben einhaucht. Ich habe mit einem einfachen Schaumstoff-Hündchen (für ca. 1 Euro) meine kleine Tochter zu stundenlangen explosiven Lachkrämpfen verleitet, indem ich das Hündchen an einem langen Draht habe "herumrennen" lassen, wobei es allerlei Unsinn gemacht hat. Meine Tochter hat vor Vergnügen gequiekt und mit dem Schaumstoffhund geredet als wäre es ein echter.
4. Etwas größere Kinder brauchen richtiges Werkzeug und Material zum Bauen. Man kann ihnen einen Stapel Holzleisten und Bretter geben, zusammen mit einem Hammer, einer Handsäge und Nägeln. Sonst nichts! Sie werden sich wundern was ihre Kinder damit machen, wenn Sie sie einfach in Ruhe lassen. Natürlich werden sie sich mit dem Hammer ordentlich auf den Daumen klopfen oder mit der Säge in die Hand sägen - trotz sorgfältiger vorheriger Anleitung und Warnung. Aber genau das ist die Essenz des Spiels. Nur so lernen Sie Gefahren richtig einzuschätzen.
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5. Kleine Kinder brauchen keine "pädagogisch ausgefeilten Lernspielzeuge" zu ihrer Entwicklung. Es genügt ein Wurm, oder ein Käfer, oder eine Raupe, oder eine Fliege, oder ein Baum, oder eine Stück weicher Stoff. Ich, beispielsweise, bin als Kleinkind gerne in der Gartenwiese meiner Eltern herumgekrabbelt und habe Regenwürmer zu essen versucht. Gerüchteweise soll ich auch das Kacka unserer Hennen probiert haben - was mich nicht daran gehindert hat das reife Alter von nun fast 70 Jahren zu erleben.
6. Kleine Babies lieben seltsame Geräusche. Besonders Mädchen haben schon mit wenigen Monaten die Fähigkeit Laute ihrer Mutter haargenau nachzuahmen. Unserer Tochter hat mit ihrer Mutter stundenlange "Zwiegespräche" mit Blubberlauten geführt, bei denen man den Eindruck haben konnte sie würden sich angeregt unterhalten. Heute weiß ich, daß die Grundlage der kommunikativen Fähigkeiten meiner Tochter damals gelegt wurde.
Mann und Frau 7. Pädagogisch außerordentlich wertvoll sind für größere Kinder (und ihre Eltern) auch Gesellschaftsspiele wie "Mensch ärger dich nicht" oder "Monopoly". Bei ihnen lernt man sich zu ärgern und wirtschaftliche unsinnige Entscheidungen zu treffen, die einen in den Bankrott führen - eine ganz wichtige Erfahrung für's spätere Leben. Nebenbei lernt man, wie man mit anderen Menschen zurecht kommt, die frustriert, verärgert oder beleidigt sind.
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8. Viele Eltern hören nicht richtig zu, wenn ihnen ihre Kinder etwas erzählen. Manche Kinder lieben es nämlich Geschichten zu erfinden. Ich kenne ein Kindergarten-Kind, das seinen Eltern wochenlang die wildesten Geschichten über eine gewisse "Nicole" erzählt hat, über die sich im Kindergarten immer alle ärgerten. Das Kind berichtet, daß "Nicole" die Kindergarten-Tante immer in den Bauch boxe oder andere Kinder hänsele und schikaniere. Den Eltern wurde das zu bunt und sie sprachen im Kindergarten vor. Zu ihrer Überraschung mußten sie erfahren, daß es kein Kind namens "Nicole" im Kindergarten gab. Ihre Tochter hatte sich die Geschichte einfach ausgedacht, um sich mit ihren Eltern darüber unterhalten zu können. (Das Kind ist übrigens mental völlig gesund und neigt in keiner Weise zu Halluzinationen). Besonders Mädchen haben ein augeprägtes Bedürfnis über Dinge zu reden. Man kann dies fördern, indem man ihnen ein Tagebuch schenkt.
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9. Kinder verkleiden sich gerne - besonders Mädchen. Sie müssen eine 9-Jährige nur an ihren Kleiderschrank und an Ihre Schminksachen lassen - und schon haben sie zwei Stunden ihre Ruhe. Allerdings benötigen Sie dannach eine größere Kleiderreinigung, ein Vollbad für ihre Tochter und Ersatz für ihre abgebrochenen Lippenstifte.
10. Kinder helfen gerne bei der Hausarbeit - ja natürlich! Wußten Sie das nicht? Sie hassen es nur, wenn sie so unnütze Dinge machen müssen wie ihr Zimmer aufräumen. Wenn Kinder zum Beispiel beim Pizza- oder Kuchen-Backen helfen dürfen sind sie Feuer und Flamme.
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11. Jungens, und auch manche Mädchen, basteln auch gerne. Sie helfen ihren Eltern beim Bohren, Sägen oder Nägel in ein Holz schlagen. Ich habe in meiner Kindheit sehr viel gebastelt. So baute ich mit meinen Freunden eine Baumburg, schnitzte ein Schiff aus einem Holzblock, baute einen Pfeil und Bogen und ein Flugzeug aus Balsa-Holz (das beim ersten Flug in 100 Teile zerbrach). Es bricht mir noch heute das Herz.
12. Wenn ihr Kind mit Puppen spielt braucht es keine Vollausstattung mit Designer-Klamotten, Spielkinderwagen oder sonstigem Kram. Es genügen ein paar Sofapolster mit denen man herrliche "Burgen" oder "Wohnhöhlen" bauen kann und in denen dann ihre Kinder "Mutter, Vater, Kind" spielen. Sie müssen sie nur in Ruhe lassen.
13. Für manche Kinder sind Musik oder Malerei die schönste Form des Spielens. Schikanieren Sie aber ihre Kinder nicht damit, daß sie sie zwingen ein bestimmtes Musik-Instrument zu lernen. Ich, zum Beispiel, hätte als Kind so gern Schlagzeug gelernt, mußte aber in die Klavier-Stunde. Ich habe das Instrument schließlich so gehaßt, daß ich alle meine Noten (und die meiner Mutter) in einem Lagerfeuer verbrannte.
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14. Keine Angst vor Langeweile. Eltern müssen nicht Dauer-Animateure für ihre Kinder sein. Manchmal ist es ganz gut, wenn Kinder keinerlei "Anregung" bekommen. Vielleicht träumen sie dann nur so vor sich hin. Ich, zum Beispiel, bin oft stundenlang auf dem Dach unseres Hühnerstalls gelegen und habe in den Himmel geschaut. Während meine Freunde Klavier oder Mathe üben mußten habe ich mir irgendwelche Geschichten ausgedacht, während ich den Wolken zusah. Vielleicht erklärt das, warum ich mein ganzes Leben lang keine Angst davor hatte auch mal einige Zeit allein zu sein.